... und noch ein Titel

nachwuchssportler des jahresNun bin ich auch noch Juniorsportlerin des Jahres… Danke für diese Auszeichung! Danke für die Aufmerksamkeit und das Interesse an mir! Danke aber auch für die daraus folgenden Erwartungen, Vorstellungen und Wünsche - und damit meine ich nicht die, die von aussen auf mich projiziert werden, sondern meine ganz persönlichen.
Ich wurde bei der Ehrung zur Juniorsportlerin des Jahres oft gefragt, was es mir bedeutet, die gleiche Auszeichnung wie Magdalena Neuner, Maria Riesch, Franziska von Almsick und erhalten zu haben.

Egal was ich gesagt habe, am Ende bedeutet es mir das gleiche wie den vor mir geehrten: der Abschluss einer erfolgreichen Saison, der Abschluss eines Zeitabschnitts und vor allem der immer wiederkehrende Beginn nach etwas Altem. Es geht immer weiter und immer wieder von vorn los, man muss sich immer wieder alles neu erarbeiten - nichts läuft von selbst - das Einzige was bleibt, sind die Erinnerungen und die können in schwerer Zeit sehr wertvoll sein - nicht mehr und nicht weniger.
Na ja, vielleicht sind diese Zeilen auch nur das Ergebnis der vielen Fragen die mir gestellte wurden, die sich nach Erfolgen oft gleichen und bei denen man oft merkt, das die Fragenden ergründen wollen, warum man so ist wie man ist und was einen antreibt. Und ich kann es zusammengefasst ganz einfach sagen: mir macht Triathlon Spass, mir gefallen Erfolge und ich kann das alles in einem super Umfeld machen - und ich weiss das dass ein ganz persönliches  und individuelles Gefühl ist. Und etwas schätze ich besonders an meinem Sport - man lernt viele Leute und auch viele Länder kennen. Das hört sich zuerst etwas platt an aber gerade nach den aktuellen Ergebnissen in der Welt merkt man wie schizophren das eigentlich ist was überall so passiert. Natürlich ist unser Sport auch eine Art Industrie, die durch die Welt reist um ihre Ergebnisse und Ziele zu erreichen aber am Ende machen das eben hunderte Menschen aus den verschiedensten Ländern gemeinsam - und dass ist auch irgendwie Verbindende. Berührt hat mich z.B. auch der plötzliche Tod von Laurent Vidal. Ich kannte ihn natürlich vom sehen als Athlet international und auch in der Bundesliga. Wir haben nur einmal ganz kurz vor zwei Jahren in Düsseldorf gesprochen und Anja Dittmer (eine unserer Trainerinnen) kannte ihn auch sehr gut. Das zeigt mir aber wie doch so eine Art Bindung entsteht - und zwar egal woher wir alle sind. Und das ist auch ein Gefühl was einen antreibt.
Nun ja - es ist Herbst und bald Winter und ich bin nun schon wieder eine Woche aus Fuerteventura zurück. Trainieren konnte ich nicht so gut wie ich wollte - aber das will ich gar nicht weiter ausführen. In Potsdam bin ich jetzt auch nur kurz - es geht dann gleich wieder nach Fuerteventura bis kurz vor Weihnachten. Ich freue mich schon auf das Trainingslager und hoffe, dass ich alles trainieren kann was ich mir vorgenommen habe.